Bluthochdruck – die stille Gefahr erkennen und behandeln

Warum Bluthochdruck so gefährlich ist

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist der wichtigste Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall – und gleichzeitig einer der am meisten unterschätzten. In der Schweiz lebt etwa jeder vierte Erwachsene mit Bluthochdruck, viele ohne es zu wissen. In meiner Praxis in Zürich Seefeld messen wir bei jedem Besuch den Blutdruck – denn frühe Erkennung rettet Leben.

Das Tückische: Bluthochdruck verursacht lange keine Symptome. Wenn Beschwerden auftreten, hat er oft bereits Schäden an Herz, Nieren, Augen oder Gehirn angerichtet.

Ab wann ist der Blutdruck zu hoch?

Optimal liegt der Blutdruck bei unter 120/80 mmHg. Normal ist bis 130/85 mmHg. Hochnormal sind Werte von 130–139/85–89 mmHg. Von Hypertonie Grad 1 spricht man ab 140/90 mmHg. Die Messung sollte in Ruhe, im Sitzen und idealerweise mehrfach erfolgen. Eine 24-Stunden-Blutdruckmessung gibt das zuverlässigste Bild.

Ursachen

Primäre Hypertonie (90%): Keine einzelne Ursache, sondern ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, Übergewicht, Bewegungsmangel, hohem Salzkonsum, Stress und Alterung der Gefässe. Was wir tun: Umfassende Risikofaktoranalyse und individueller Behandlungsplan.

Sekundäre Hypertonie (10%): Eine behandelbare Grunderkrankung liegt vor, wie Nierenarterienstenose, Schlafapnoe, Schilddrüsenüberfunktion, Nebennierrentumore (Phäochromozytom, Conn-Syndrom) oder Medikamente (Schmerzmittel, Kortison, Pille). Was wir tun: Gezielte Diagnostik bei jungen Patienten, therapieresistenter Hypertonie oder auffälligen Begleitbefunden.

Diagnostik

Unsere Blutdruck-Abklärung umfasst: wiederholte Praxismessungen, 24-Stunden-Blutdruckmessung, Labordiagnostik mit Nierenwerten, Elektrolyten, Blutfetten, Blutzucker und Schilddrüse, EKG, Urinuntersuchung (Mikroalbuminurie) sowie Berechnung des kardiovaskulären Gesamtrisikos.

Behandlung – mehr als nur Tabletten

Lebensstiländerungen sind die Basis jeder Bluthochdrucktherapie und können den Blutdruck um 10–20 mmHg senken: Gewichtsreduktion (pro kg Gewichtsverlust sinkt der Blutdruck um ca. 1 mmHg), regelmässige Bewegung (150 Min. pro Woche), Salzreduktion auf unter 6g pro Tag, mediterrane Ernährung reich an Gemüse und Omega-3, Alkoholreduktion, Stressmanagement und Rauchstopp. Wenn Lebensstiländerungen nicht ausreichen, setzen wir Medikamente ein – ACE-Hemmer, Sartane, Kalziumantagonisten oder Diuretika, individuell abgestimmt. In der funktionellen Medizin ergänzen wir: Magnesium und CoQ10, Omega-3-Fettsäuren, Kalium-reiche Ernährung und Stressreduktion mit Fokus auf Cortisol.

Fazit

Bluthochdruck ist still, aber gefährlich. Die gute Nachricht: Er ist gut behandelbar. Lassen Sie Ihren Blutdruck regelmässig kontrollieren und handeln Sie frühzeitig. In unserer Praxis bieten wir eine umfassende Diagnostik und individuelle Therapie – für ein gesundes Herz.

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