Wenn jede Bewegung schmerzt
Gelenkschmerzen betreffen Menschen jeden Alters – vom jungen Sportler bis zum Senior. In meiner Praxis in Zürich Seefeld sehe ich täglich Patienten mit schmerzenden Knien, steifen Fingern oder druckempfindlichen Schultern. Die Ursachen sind vielfältig, und eine genaue Diagnostik ist entscheidend für die richtige Behandlung.
Arthrose vs. Arthritis – der wichtige Unterschied
Arthrose ist Gelenkverschleiss. Der Knorpel nutzt sich ab, Knochen reibt auf Knochen. Typisch: Anlaufschmerz, Belastungsschmerz, Morgensteifigkeit unter 30 Minuten. Betrifft vor allem Knie, Hüfte, Hände und Wirbelsäule.
Arthritis ist Gelenkentzündung. Das Gelenk ist geschwollen, überwärmt und schmerzhaft. Typisch: Morgensteifigkeit über 30 Minuten, Ruheschmerz, Besserung durch Bewegung. Kann autoimmun (rheumatoide Arthritis), infektiös oder kristallbedingt (Gicht) sein.
Häufige Ursachen für Gelenkschmerzen
1. Arthrose: Die häufigste Gelenkerkrankung. Risikofaktoren sind Alter, Übergewicht, Fehlbelastungen und genetische Veranlagung. Was wir tun: Klinische Untersuchung, bei Bedarf Röntgen, Entzündungsmarker zum Ausschluss einer Arthritis.
2. Rheumatoide Arthritis: Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Gelenkinnenhaut angreift. Betrifft typischerweise symmetrisch die kleinen Gelenke der Hände und Füsse. Was wir tun: Rheumafaktor, Anti-CCP-Antikörper, CRP und BSG bestimmen.
3. Gicht: Ablagerung von Harnsäurekristallen in Gelenken, typischerweise im Grosszehengrundgelenk. Akute Gichtanfälle sind extrem schmerzhaft. Was wir tun: Harnsäure im Blut, bei akutem Anfall ggf. Gelenkpunktat.
4. Vitamin-D-Mangel: Kann diffuse Gelenk- und Muskelschmerzen verursachen, die einer Fibromyalgie ähneln. Was wir tun: 25-OH-Vitamin-D bestimmen.
5. Schilddrüsenunterfunktion: Hypothyreose kann Gelenkschmerzen und -steifigkeit verursachen. Was wir tun: Schilddrüsenwerte kontrollieren.
6. Borreliose: Nach Zeckenstich können Borrelien Gelenkentzündungen auslösen, typischerweise im Kniegelenk. Was wir tun: Borrelien-Serologie bei entsprechender Anamnese.
Diagnostik
Unser diagnostischer Ansatz: ausführliche Anamnese (welche Gelenke, wann, wie lange steif), körperliche Untersuchung, Labordiagnostik mit Entzündungsmarkern, Rheumafaktor, Anti-CCP, Harnsäure und ANA, Mikronährstoffe (Vitamin D, Magnesium), bei Bedarf Röntgen oder Ultraschall und bei Verdacht auf entzündliches Rheuma Überweisung zum Rheumatologen.
Behandlung
Arthrose: Bewegung (gelenkschonend), Gewichtsreduktion, Physiotherapie, Schmerzmanagement und Nahrungsergänzung mit Omega-3, Kurkumin und Glucosamin. Arthritis: frühzeitige rheumatologische Behandlung, entzündungshemmende Ernährung, Mikronährstoffoptimierung. Generell: Vitamin-D-Optimierung, entzündungshemmende Ernährung und regelmässige Bewegung.
Fazit
Gelenkschmerzen haben immer eine Ursache – und je früher wir sie finden, desto besser können wir behandeln. In unserer Praxis bieten wir eine gründliche Abklärung und einen individuellen Behandlungsplan. Vereinbaren Sie einen Termin.