Wenn die Haut nicht zur Ruhe kommt
Neurodermitis (atopische Dermatitis) ist weit mehr als trockene Haut. Der quälende Juckreiz, die Entzündungsschübe und die sichtbaren Hautveränderungen belasten Betroffene enorm. In meiner Praxis in Zürich Seefeld behandle ich zunehmend Erwachsene mit Neurodermitis – denn entgegen der verbreiteten Meinung wächst sich die Erkrankung nicht immer aus.
Was ist Neurodermitis?
Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit genetischer Komponente. Die Hautbarriere ist gestört: Es fehlt an Filaggrin – einem Protein, das die Haut zusammenhält und schützt. Dadurch verliert die Haut Feuchtigkeit und wird durchlässig für Reizstoffe und Allergene.
Auslöser für Schübe
1. Nahrungsmittel: Milch, Ei, Weizen, Soja und Nüsse sind häufige Trigger. Auch Histaminreiche Lebensmittel können Schübe auslösen. Was wir tun: Gezielte Allergietests und Eliminationsdiät.
2. Stress: Stress ist einer der stärksten Trigger. Er aktiviert Entzündungsmediatoren und schwächt die Hautbarriere. Was wir tun: Stressmanagement als fester Bestandteil der Therapie.
3. Darmgesundheit: Die Darm-Haut-Achse spielt eine zentrale Rolle. Studien zeigen, dass Neurodermitis-Patienten oft eine veränderte Darmflora haben. Probiotika – besonders Lactobacillus rhamnosus – können den Verlauf positiv beeinflussen. Was wir tun: Stuhldiagnostik und gezielter Darmaufbau.
4. Umweltfaktoren: Hausstaubmilben, Pollen, Tierhaare, Kälte, trockene Heizungsluft und irritierende Kosmetik. Was wir tun: Allergietests und Beratung zur Allergenreduktion.
5. Mikronährstoffmängel: Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Zink spielen eine wichtige Rolle bei der Immunregulation und Hautgesundheit. Was wir tun: Mikronährstoff-Screening.
Diagnostik
Unsere Abklärung: Allergietests (spezifisches IgE, Prick-Test), Gesamt-IgE, Vitamin D und Zink, Entzündungsmarker, Stuhldiagnostik bei Verdacht auf Darmprobleme und Histamin-Diagnostik.
Ganzheitliche Behandlung
Basispflege mit rückfettenden Cremes ist die Grundlage. Dazu: Identifikation und Meidung individueller Trigger, entzündungshemmende Ernährung mit Omega-3, Darmaufbau mit geeigneten Probiotika, Vitamin-D-Optimierung, Stressmanagement, bei Schüben topische Kortikosteroide oder Calcineurin-Inhibitoren und bei schweren Verläufen moderne Systemtherapien (Biologika) in Zusammenarbeit mit Dermatologen.
Fazit
Neurodermitis ist komplex, aber mit dem richtigen Ansatz lassen sich Schübe reduzieren und die Lebensqualität deutlich verbessern. In unserer Praxis suchen wir nach den individuellen Auslösern und behandeln ganzheitlich. Vereinbaren Sie einen Termin.