Wenn Regelschmerzen mehr als normal sind
Endometriose betrifft schätzungsweise 10–15% aller Frauen im gebärfähigen Alter – das sind in der Schweiz über 200’000 Frauen. Trotzdem dauert es im Durchschnitt 7–10 Jahre bis zur Diagnose. In meiner Praxis in Zürich Seefeld achte ich besonders auf die Zeichen dieser unterschätzten Erkrankung.
Bei Endometriose wächst gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe ausserhalb der Gebärmutter – an Eierstöcken, Eileitern, Bauchfell, Darm oder Blase. Dieses Gewebe reagiert auf den Hormonzyklus und verursacht chronische Entzündungen und Schmerzen.
Typische Symptome
Starke Regelschmerzen (Dysmenorrhoe), die mit der Zeit zunehmen und auf Schmerzmittel schlecht ansprechen. Chronische Unterbauchschmerzen auch ausserhalb der Periode. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie). Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasserlassen, besonders während der Periode. Blähungen und Verdauungsbeschwerden (Endo-Belly). Starke oder irreguläre Blutungen. Unfruchtbarkeit – bei 30–50% der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch liegt eine Endometriose vor. Und chronische Müdigkeit.
Warum wird Endometriose so spät erkannt?
Weil Menstruationsschmerzen als «normal» abgetan werden. Weil die Symptome vielfältig sind und anderen Erkrankungen (IBS, Blasenentzündung) ähneln. Und weil die definitive Diagnose oft nur durch eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) möglich ist.
Was wir in der Hausarztpraxis tun können
Als Hausarzt ist meine Rolle die Früherkennung und Erstabklärung: ausführliche Schmerzanamnese, gynäkologische Untersuchung, Ultraschall kann grössere Endometriose-Herde (Endometriome) zeigen, Labordiagnostik (CA-125 – unspezifisch, aber bei deutlicher Erhöhung hinweisend), Ausschluss anderer Ursachen und frühzeitige Überweisung an spezialisierte Endometriose-Zentren.
Ganzheitlicher Behandlungsansatz
Neben der gynäkologischen Therapie (Hormone, Operation) können wir in der funktionellen Medizin unterstützen: entzündungshemmende Ernährung – Omega-3, Kurkumin, Gemüse, wenig rotes Fleisch und Zucker, Darmgesundheit optimieren, da viele Endometriose-Patientinnen Darmprobleme haben, Mikronährstoffe – Magnesium, Vitamin D, Zink, B-Vitamine und Omega-3, Östrogen-Stoffwechsel unterstützen durch Kreuzblütlergemüse (DIM, I3C) und Leberunterstützung, Stressmanagement, da Stress Entzündungen fördert und Schmerzen verstärkt, und Schmerzmanagement mit TENS, Wärme und Akupunktur.
Fazit
Starke Regelschmerzen sind nicht normal. Wenn Ihre Menstruationsschmerzen Ihren Alltag einschränken, suchen Sie ärztliche Hilfe. In unserer Praxis nehmen wir Ihre Beschwerden ernst, klären ab und überweisen bei Bedarf an spezialisierte Zentren. Vereinbaren Sie einen Termin.