Mehr als «schlechte Laune vor der Periode»
Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) betrifft bis zu 75% der Frauen im gebärfähigen Alter. In meiner Praxis in Zürich Seefeld höre ich häufig: «Das ist halt normal als Frau.» Aber PMS ist nicht etwas, das man einfach aushalten muss – besonders wenn die Symptome den Alltag beeinträchtigen.
PMS umfasst körperliche und emotionale Beschwerden in den 7–14 Tagen vor der Menstruation, die mit Einsetzen der Periode verschwinden.
Typische Symptome
Körperlich: Brustspannen, Blähungen und Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen oder Migräne, Unterbauchschmerzen, Müdigkeit, Heisshunger (besonders auf Süsses). Emotional: Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen, Ängstlichkeit, depressive Verstimmung, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen. Bei der schweren Form – PMDD (Prämenstruelle dysphorische Störung) – sind die emotionalen Symptome so stark, dass sie Beziehungen und Arbeitsfähigkeit massiv beeinträchtigen.
Ursachen
1. Hormonelles Ungleichgewicht: Östrogendominanz und relativer Progesteronmangel in der zweiten Zyklushälfte sind die häufigste Ursache. Was wir tun: Hormone in der Lutealphase bestimmen (Östradiol, Progesteron, Tag 19–21).
2. Magnesiummangel: Magnesium senkt nachweislich PMS-Symptome – besonders Wassereinlagerungen, Stimmungsschwankungen und Krämpfe. Was wir tun: Magnesium im Vollblut bestimmen und supplementieren.
3. Vitamin-B6-Mangel: B6 ist an der Serotonin- und Dopaminsynthese beteiligt. Studien zeigen eine Linderung von PMS-Symptomen durch B6-Supplementierung. Was wir tun: B6-Status bestimmen.
4. Serotonin-Dysregulation: Östrogen beeinflusst den Serotoninspiegel. Schwankungen in der zweiten Zyklushälfte können Stimmungsprobleme auslösen.
5. Darmgesundheit: Der Darm beeinflusst den Östrogenstoffwechsel über das Estrobolom. Eine Dysbiose kann die Östrogendominanz verstärken. Was wir tun: Stuhldiagnostik bei hartnäckigem PMS.
6. Stress: Cortisol konkurriert mit Progesteron um dieselben Rezeptoren und kann einen Progesteronmangel funktionell verstärken. Was wir tun: Stressanamnese und Cortisol-Profil.
Diagnostik
Unser PMS-Check: Hormonstatus in der Lutealphase, Schilddrüsenwerte, Mikronährstoffe (Magnesium, B6, Vitamin D, Eisen), Entzündungsmarker und Symptomtagebuch über 2–3 Zyklen.
Behandlung
Magnesium (300–400 mg/Tag) und Vitamin B6 (50–100 mg/Tag), Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) – gut belegt bei PMS, entzündungshemmende Ernährung mit Omega-3, regelmässige Bewegung (senkt PMS-Symptome nachweislich), Stressmanagement, Darmaufbau bei Dysbiose und bei Bedarf bioidentisches Progesteron oder hormonelle Therapie.
Fazit
PMS muss nicht sein. Mit der richtigen Diagnostik und gezielter Behandlung lassen sich die Symptome deutlich reduzieren. Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis – Sie verdienen beschwerdefreie Tage vor der Periode.