Wenn Milch zum Problem wird
Laktoseintoleranz betrifft weltweit etwa 65% der Erwachsenen – in der Schweiz sind es 15–20%. In meiner Praxis in Zürich Seefeld ist sie eine der häufigsten Diagnosen im Bereich Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Doch nicht jeder, der glaubt, laktoseintolerant zu sein, ist es auch – und nicht jeder muss komplett auf Milchprodukte verzichten.
Was passiert bei Laktoseintoleranz?
Laktose (Milchzucker) wird normalerweise durch das Enzym Laktase im Dünndarm gespalten. Bei Laktoseintoleranz fehlt dieses Enzym oder ist zu wenig aktiv. Die unverdaute Laktose gelangt in den Dickdarm, wo Bakterien sie vergären – mit Gasbildung und Flüssigkeitseinstrom als Folge.
Symptome
Blähungen und Bauchkrämpfe (30 Minuten bis 2 Stunden nach Milchkonsum), Durchfall, Übelkeit, Rumoren im Bauch. Die Intensität hängt von der Menge der aufgenommenen Laktose und dem individuellen Laktasemangel ab.
Diagnose
H2-Atemtest: Der Goldstandard. Nach Laktosebelastung wird der Wasserstoff in der Ausatemluft gemessen – bei Laktoseintoleranz steigt er an. Alternativ: genetischer Test (zeigt die genetische Veranlagung, aber nicht den aktuellen Laktase-Status). Was wir tun: H2-Atemtest in unserer Praxis, ergänzt durch Symptomprotokoll.
Behandlung und Alltag
Kompletter Milchverzicht ist selten nötig. Die meisten Laktoseintoleranten vertragen kleine Mengen Laktose (bis 12g, entspricht einem Glas Milch). Hart- und Schnittkäse enthalten kaum Laktose. Joghurt wird oft besser vertragen als Milch. Laktasepräparate vor dem Essen können helfen. Kalziumversorgung sicherstellen (grünes Gemüse, Mineralwasser, Supplementierung).
Fazit
Laktoseintoleranz ist gut diagnostizierbar und handhabbar. Ein kompletter Milchverzicht ist meist unnötig. Lassen Sie sich testen und beraten. Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.