Nierenwerte verstehen – Kreatinin, GFR und mehr

Die stillen Arbeiter

Unsere Nieren filtern täglich 180 Liter Blut, regulieren den Wasser- und Elektrolythaushalt, den Blutdruck und die Blutbildung. In meiner Praxis in Zürich Seefeld überprüfe ich die Nierenfunktion regelmässig – denn Nierenerkrankungen verlaufen meist symptomfrei, bis es zu spät ist.

Die wichtigsten Nierenwerte

Kreatinin: Abbauprodukt aus dem Muskelstoffwechsel, wird über die Nieren ausgeschieden. Normal: 0.7–1.2 mg/dl (Männer), 0.5–0.9 mg/dl (Frauen). Erhöht: eingeschränkte Nierenfunktion. Wichtig: Kreatinin steigt erst an, wenn 50% der Nierenfunktion bereits verloren ist.

GFR (Glomeruläre Filtrationsrate): Der zuverlässigste Marker für die Nierenfunktion. Wird aus Kreatinin, Alter, Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit berechnet. Über 90: normal. 60–89: leicht eingeschränkt. 30–59: mässig eingeschränkt. Unter 30: schwer eingeschränkt.

Harnstoff: Endprodukt des Proteinstoffwechsels. Erhöht bei Niereninsuffizienz, Dehydration und proteinreicher Ernährung.

Urin-Albumin: Albumin im Urin (Mikroalbuminurie) ist ein Frühzeichen für Nierenschaden – besonders bei Diabetes und Bluthochdruck.

Risikofaktoren für Nierenerkrankungen

Diabetes (häufigste Ursache), Bluthochdruck, Übergewicht, Rauchen, familiäre Belastung, regelmässige Einnahme von NSAR (Ibuprofen, Diclofenac) und Alter über 60.

Diagnostik

Kreatinin und GFR, Urin-Albumin/Kreatinin-Ratio, Elektrolyte (Kalium, Natrium, Kalzium, Phosphat), Blutdruck und Ultraschall der Nieren bei auffälligen Werten.

Nierenschutz

Blutdruck unter 130/80 halten, Blutzucker optimal einstellen, NSAR vermeiden, ausreichend trinken, nicht rauchen und regelmässige Kontrollen bei Risikofaktoren.

Fazit

Nierenschäden entwickeln sich still. Regelmässige Kontrollen sind die beste Vorsorge. Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.

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