Die Zecke als Krankheitsüberträger
Die Schweiz ist ein Zeckenland. Etwa 5–30% der Zecken tragen Borrelien (Borrelia burgdorferi), und ein Zeckenstich kann zur Lyme-Borreliose führen. In meiner Praxis in Zürich Seefeld behandle ich vor allem im Frühling und Sommer Patienten nach Zeckenstichen und kläre die Symptome einer möglichen Borreliose ab.
Stadien der Borreliose
Frühstadium (Tage bis Wochen): Erythema migrans – die typische Wanderröte. Eine ringförmige Rötung um die Einstichstelle, die sich langsam ausbreitet. Tritt bei 50–70% der Infizierten auf. Grippeähnliche Symptome möglich.
Frühes disseminiertes Stadium (Wochen bis Monate): Neuroborreliose mit Gesichtslähmung, Meningitis, Radikulopathie. Lyme-Arthritis mit Gelenkschwellung (besonders Knie). Selten Herzbeteiligung.
Spätstadium (Monate bis Jahre): Chronische Gelenkbeschwerden, neurologische Symptome, Hautveränderungen (Acrodermatitis chronica atrophicans).
Diagnostik
Erythema migrans ist eine klinische Diagnose – Antibiotika sofort, ohne Laborwartzeit. Bei späteren Stadien: Zweistufendiagnostik mit ELISA und Bestätigungstest (Immunoblot). Wichtig: Serologie erst 4–6 Wochen nach Infektion aussagekräftig. Frühes Testen führt zu falsch-negativen Ergebnissen.
Behandlung
Frühstadium: Doxycyclin 200 mg/Tag für 14–21 Tage (Goldstandard). Neuroborreliose: Intravenöses Ceftriaxon für 14–28 Tage. Lyme-Arthritis: Doxycyclin für 28 Tage.
Prävention
Lange Kleidung bei Aufenthalten in der Natur, Zeckenschutzmittel (DEET), nach dem Aufenthalt Körper absuchen, Zecke sofort entfernen (mit Pinzette gerade herausziehen), FSME-Impfung (schützt nicht vor Borreliose, aber vor dem zweiten gefährlichen Zecken-Erreger) und Einstichstelle 4 Wochen beobachten.
Fazit
Borreliose ist bei frühzeitiger Erkennung gut behandelbar. Beobachten Sie nach jedem Zeckenstich die Einstichstelle. Bei Wanderröte sofort zum Arzt. Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.