Der Gichtanfall – ein medizinischer Notfall für das Gelenk
Gicht ist eine der ältesten bekannten Erkrankungen – und sie nimmt zu. In meiner Praxis in Zürich Seefeld diagnostiziere ich Gicht regelmässig, besonders bei Männern über 40. Der akute Gichtanfall gehört zu den schmerzhaftesten Erfahrungen überhaupt.
Was passiert bei Gicht?
Harnsäure – ein Abbauprodukt von Purinen – ist im Blut erhöht (Hyperurikämie). Ab einer bestimmten Konzentration bilden sich Harnsäurekristalle, die sich in Gelenken und Weichteilen ablagern. Diese Kristalle lösen eine heftige Entzündungsreaktion aus – den Gichtanfall.
Der typische Gichtanfall
Plötzlicher, heftiger Schmerz, meist im Grosszehengrundgelenk (Podagra). Das Gelenk ist geschwollen, rot, überwärmt und extrem berührungsempfindlich. Beginn oft nachts. Dauer: Tage bis Wochen. Auch andere Gelenke können betroffen sein (Sprunggelenk, Knie, Finger).
Ursachen für erhöhte Harnsäure
Purinreiche Ernährung (Fleisch, Innereien, Meeresfrüchte), Alkohol (besonders Bier), Fruktose (Softdrinks), Übergewicht und metabolisches Syndrom, Nierenerkrankungen (verminderte Ausscheidung), Medikamente (Diuretika, niedrig dosierte Aspirin) und genetische Veranlagung.
Diagnostik
Harnsäure im Blut (Achtung: kann im akuten Anfall paradoxerweise normal sein), Entzündungsmarker, Nierenwerte, Blutfette und Blutzucker (häufig assoziiert), bei Bedarf Gelenkpunktion zum Kristallnachweis und Ultraschall des Gelenks.
Behandlung
Akuter Anfall: NSAR (Indometacin, Naproxen), Colchicin in den ersten 12 Stunden, bei Kontraindikationen Kortikosteroide. Kühlen und Hochlagern.
Langzeittherapie: Ernährungsumstellung (purinarm, wenig Alkohol, wenig Fruktose), Gewichtsreduktion, ausreichend trinken (2–3 Liter/Tag), bei wiederkehrenden Anfällen harnsäuresenkende Therapie (Allopurinol) und Vitamin C (500 mg/Tag senkt Harnsäure leicht).
Fazit
Gicht ist schmerzhaft, aber gut behandelbar und vermeidbar. Eine Kombination aus Ernährungsumstellung und bei Bedarf Medikamenten kann weitere Anfälle verhindern. Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.