Muss ich auf Gluten verzichten?
Glutenfrei ist im Trend – aber wer braucht es wirklich? In meiner Praxis in Zürich Seefeld kläre ich regelmässig auf: Es gibt einen grossen Unterschied zwischen Zöliakie, Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität und einem unbegründeten Glutenverzicht.
Zöliakie – die Autoimmunerkrankung
Zöliakie betrifft etwa 1% der Bevölkerung, aber bis zu 80% sind nicht diagnostiziert. Bei Zöliakie löst Gluten eine Autoimmunreaktion aus, die die Dünndarmschleimhaut zerstört. Folgen: Malabsorption, Nährstoffmängel, Bauchschmerzen, Durchfall, aber auch Müdigkeit, Anämie, Osteoporose, Hautveränderungen (Dermatitis herpetiformis) und neurologische Symptome. Was wir tun: Transglutaminase-IgA-Antikörper und Gesamt-IgA im Blut. Bei positivem Befund Überweisung zur Gastroskopie mit Biopsie.
Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität (NCGS)
Manche Menschen reagieren auf Gluten mit Beschwerden, ohne Zöliakie zu haben. Die Symptome sind ähnlich: Blähungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Brain Fog und Gelenkschmerzen. NCGS ist eine Ausschlussdiagnose – Zöliakie und Weizenallergie müssen zuerst ausgeschlossen werden. Was wir tun: Diagnostische Eliminationsdiät nach Ausschluss von Zöliakie.
Diagnostik
Wichtig: Glutenhaltige Ernährung NICHT vor der Diagnostik absetzen, sonst sind die Tests falsch-negativ. Unser Programm: Transglutaminase-IgA und Gesamt-IgA, bei Bedarf endomysiale Antikörper und Gliadin-Antikörper, Blutbild und Eisenstatus, Vitamin D und B12, bei positiver Serologie Überweisung zur Biopsie.
Behandlung
Bei Zöliakie: strikte lebenslange glutenfreie Ernährung. Bei NCGS: glutenfreie oder glutenarme Ernährung je nach Toleranz. In beiden Fällen: Mikronährstoffmängel ausgleichen, Darmschleimhaut aufbauen und regelmässige Kontrollen.
Fazit
Glutenunverträglichkeit ist real – aber nicht jeder profitiert von einer glutenfreien Ernährung. Lassen Sie sich testen, bevor Sie Gluten weglassen. In unserer Praxis bieten wir eine fundierte Diagnostik. Vereinbaren Sie einen Termin.