Wenn das Herz aus dem Takt gerät
Plötzlich schlägt das Herz wie wild, stolpert oder setzt gefühlt einen Schlag aus. Herzrhythmusstörungen – medizinisch Arrhythmien – gehören zu den beunruhigendsten Symptomen überhaupt. In meiner Praxis in Zürich Seefeld beruhige ich täglich Patienten: Die meisten Herzrhythmusstörungen sind harmlos. Aber einige erfordern eine gründliche Abklärung.
Arten von Herzrhythmusstörungen
Extrasystolen: Zusätzliche Herzschläge, die als «Stolpern» oder «Aussetzer» empfunden werden. Sie sind sehr häufig und in den meisten Fällen harmlos. Fast jeder Mensch hat täglich Extrasystolen – die meisten spüren sie nur nicht.
Tachykardie: Herzfrequenz über 100 Schläge pro Minute in Ruhe. Ursachen reichen von harmlosem Stress bis zu behandlungsbedürftigen Herzerkrankungen.
Vorhofflimmern: Die häufigste behandlungsbedürftige Rhythmusstörung. Unregelmässiger, oft schneller Herzschlag. Erfordert immer eine ärztliche Abklärung wegen des Schlaganfallrisikos.
Häufige Ursachen
1. Stress und Angst: Adrenalin und Cortisol beschleunigen den Herzschlag und können Extrasystolen auslösen. Panikattacken werden häufig als Herzprobleme fehlinterpretiert. Was wir tun: Stressanamnese und Ausschluss kardialer Ursachen.
2. Koffein, Alkohol, Nikotin: Alle drei Substanzen können Herzrhythmusstörungen triggern. Besonders Alkohol – auch in moderaten Mengen – ist ein häufiger Auslöser von Vorhofflimmern.
3. Schilddrüsenüberfunktion: Zu viel Schilddrüsenhormon stimuliert das Herz und kann Tachykardie und Vorhofflimmern auslösen. Was wir tun: Schilddrüsenwerte bestimmen.
4. Elektrolytstörungen: Kalium, Magnesium und Kalzium regulieren die elektrische Erregbarkeit des Herzens. Ein Mangel kann Rhythmusstörungen verursachen. Was wir tun: Elektrolyte im Blut bestimmen – besonders Magnesium wird oft vergessen.
5. Eisenmangel und Anämie: Bei Blutarmut muss das Herz schneller schlagen, um den Sauerstoffbedarf zu decken. Was wir tun: Blutbild und Eisenstatus.
6. Schlafapnoe: Atemaussetzer im Schlaf können Herzrhythmusstörungen auslösen – besonders Vorhofflimmern. Was wir tun: Schlafanamnese, bei Verdacht Überweisung zum Schlaflabor.
Warnzeichen – wann sofort zum Arzt?
Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe bei: anhaltendem Herzrasen über 30 Minuten, begleitender Brustenge, Atemnot oder Schwindel, Ohnmacht oder Beinahe-Ohnmacht sowie bekannter Herzerkrankung.
Diagnostik
Unsere kardiologische Basisdiagnostik umfasst: Ruhe-EKG, bei Bedarf Langzeit-EKG (24 Stunden), Labordiagnostik mit Schilddrüse, Elektrolyten, Blutbild und Entzündungsmarkern, Blutdruckmessung sowie Anamnese inklusive Medikamente, Koffein und Alkohol. Bei Bedarf überweisen wir zur weiterführenden kardiologischen Abklärung mit Echokardiographie und Belastungs-EKG.
Behandlung
Bei harmlosen Extrasystolen steht die Beruhigung im Vordergrund. Ergänzend: Magnesiumsupplementierung (400–600 mg/Tag), Stressreduktion und Koffeinreduktion, regelmässige Bewegung, Behandlung der Grundursache. Bei behandlungsbedürftigen Rhythmusstörungen arbeiten wir eng mit Kardiologen zusammen.
Fazit
Herzrasen und Herzstolpern sind beängstigend, aber meist harmlos. Eine gründliche Abklärung schafft Klarheit und Beruhigung. In unserer Praxis bieten wir die notwendige Diagnostik und behandeln die Ursachen ganzheitlich. Vereinbaren Sie einen Termin.