Wenn der Frühling zur Qual wird
Heuschnupfen (allergische Rhinitis) betrifft 20–25% der Schweizer Bevölkerung. In meiner Praxis in Zürich Seefeld steigt die Zahl der Heuschnupfen-Patienten jedes Frühjahr spürbar an. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Strategie lässt sich die Pollensaison gut überstehen.
Pollensaison in der Schweiz
Januar–März: Hasel, Erle. März–Mai: Birke, Esche (stärkste Belastung). Mai–Juli: Gräser. Juli–September: Beifuss, Ragweed (Ambrosia). Durch den Klimawandel verlängert sich die Pollensaison und die Pollenlast nimmt zu.
Symptome
Niesattacken, laufende oder verstopfte Nase, juckende und tränende Augen, Juckreiz in Nase, Gaumen und Ohren, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme, Asthma-Symptome bei Etagenwechsel.
Diagnostik
Prick-Test und spezifisches IgE identifizieren die auslösenden Pollen. Dies ist wichtig für die gezielte Therapie.
Behandlung
Akuttherapie: Antihistaminika (nicht-sedierende der 2. Generation), Nasenspray mit Kortikosteroiden (am wirksamsten wenn regelmässig verwendet), Augentropfen mit Antihistaminikum und Nasendusche mit Salzwasser.
Hyposensibilisierung: Die einzige kausale Therapie. Über 3–5 Jahre wird das Immunsystem an das Allergen gewöhnt. Als Spritze oder Tablette verfügbar. Erfolgsrate: 70–80%.
Funktionelle Medizin: Quercetin (500–1000 mg/Tag) als natürlicher Mastzellstabilisator, Vitamin C (unterstützt den Histaminabbau), Omega-3, Probiotika (L. rhamnosus kann Allergiesymptome reduzieren), Brennnesselextrakt und Darmgesundheit optimieren.
Tipps für die Pollensaison
Pollenflug-App nutzen. Abends Haare waschen. Kleidung nicht im Schlafzimmer wechseln. Fenster nachts öffnen, tagsüber geschlossen halten. Pollenschutzgitter anbringen. Sonnenbrille tragen.
Fazit
Heuschnupfen muss nicht jedes Jahr aufs Neue gelitten werden. Mit einer Kombination aus Akuttherapie und langfristiger Hyposensibilisierung können wir die Beschwerden erheblich reduzieren. Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis – idealerweise vor der Pollensaison.