PCOS – Polyzystisches Ovarsyndrom verstehen und behandeln

Die häufigste hormonelle Störung bei Frauen

Das Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) betrifft 8–13% aller Frauen im gebärfähigen Alter und ist damit die häufigste endokrine Störung in dieser Altersgruppe. In meiner Praxis in Zürich Seefeld diagnostiziere ich PCOS regelmässig – oft bei Frauen, die jahrelang keine Erklärung für ihre Beschwerden bekommen haben.

Der Name ist irreführend: Nicht alle betroffenen Frauen haben Zysten an den Eierstöcken, und die «Zysten» sind eigentlich unreife Follikel.

Diagnosekriterien

PCOS wird diagnostiziert, wenn mindestens zwei von drei Kriterien erfüllt sind (Rotterdam-Kriterien): unregelmässige oder ausbleibende Zyklen (Zeichen fehlender Ovulation), klinische oder laborchemische Zeichen erhöhter Androgene (Akne, Hirsutismus, Haarausfall), polyzystische Ovarien im Ultraschall (12+ Follikel oder vergrösserte Eierstöcke). Andere Ursachen wie Schilddrüsenstörung, Cushing-Syndrom und adrenale Hyperplasie müssen ausgeschlossen sein.

Symptome

PCOS äussert sich vielfältig: unregelmässige oder ausbleibende Perioden, Akne besonders am Kinn und Unterkiefer, verstärkter Haarwuchs im Gesicht und am Körper (Hirsutismus), Haarausfall am Kopf (androgenetisch), Gewichtszunahme besonders am Bauch, Schwierigkeiten schwanger zu werden, Stimmungsschwankungen und Depression sowie dunkle Hautverfärbungen (Acanthosis nigricans).

Ursachen und Mechanismen

Insulinresistenz: Bei 70–80% der PCOS-Patientinnen liegt eine Insulinresistenz vor – auch bei Normalgewicht. Hohe Insulinspiegel stimulieren die Androgensynthese in den Eierstöcken. Was wir tun: Nüchterninsulin, HOMA-Index und oraler Glukosetoleranztest.

Chronische niedriggradige Entzündung: PCOS-Patientinnen zeigen oft erhöhte Entzündungsmarker, die die Androgensynthese zusätzlich fördern. Was wir tun: hsCRP und Entzündungsmarker bestimmen.

Darmgesundheit: Studien zeigen eine veränderte Darmflora bei PCOS, die zur Insulinresistenz und Entzündung beiträgt. Was wir tun: Stuhldiagnostik bei Bedarf.

Diagnostik

Unser PCOS-Panel: Hormonstatus (Testosteron, DHEA-S, Androstendion, SHBG, LH, FSH, Östradiol, Progesteron, Prolaktin, 17-OH-Progesteron), Schilddrüsenwerte, Insulinresistenz-Diagnostik, Entzündungsmarker, Blutfette und Leberwerte, Vitamin D und Mikronährstoffe sowie Ultraschall der Eierstöcke bei Bedarf.

Behandlung

Ernährung und Lebensstil (Fundament): Low-Glycemic-Index-Ernährung zur Insulinsenkung, regelmässige Bewegung (Kombination aus Ausdauer und Kraft), Gewichtsreduktion bei Übergewicht (schon 5% können den Zyklus normalisieren) und Stressmanagement.

Supplementierung: Inositol (Myo-Inositol und D-Chiro-Inositol 40:1) – gut belegt bei PCOS, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, Zink und Berberin bei Insulinresistenz.

Medikamentös bei Bedarf: Metformin bei Insulinresistenz, hormonelle Therapie zur Zyklusregulation und Antiandrogene bei starkem Hirsutismus oder Akne.

Fazit

PCOS ist eine komplexe Erkrankung, die einen individuellen Ansatz erfordert. Die funktionelle Medizin bietet gerade bei PCOS wertvolle Werkzeuge, da Ernährung, Lebensstil und gezielte Supplementierung einen enormen Einfluss auf den Verlauf haben. Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.

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