Schlafstörungen – Ursachen, Folgen und was Ihr Arzt tun kann

Jeder dritte Erwachsene in der Schweiz schläft schlecht. Schlafstörungen gehören damit zu den häufigsten Gesundheitsproblemen – werden aber erstaunlich selten ärztlich abgeklärt. Dabei ist guter Schlaf keine Luxus-Angelegenheit, sondern die Grundlage für Gesundheit, Konzentration und Immunabwehr. In meiner Praxis in Zürich Seefeld nehme ich Schlafprobleme ernst – denn hinter „Ich schlafe schlecht» steckt fast immer eine behandelbare Ursache.

Was zählt als Schlafstörung?

Nicht jede unruhige Nacht ist gleich eine Schlafstörung. Medizinisch sprechen wir von einer Insomnie, wenn mindestens dreimal pro Woche über einen Zeitraum von drei Monaten Einschlaf- oder Durchschlafprobleme bestehen und die Tagesfunktion beeinträchtigt ist. Dazu gehören auch zu frühes Erwachen und nicht erholsamer Schlaf trotz ausreichender Schlafdauer.

Häufige Ursachen von Schlafstörungen

Stress und psychische Belastung: Die häufigste Ursache. Grübeln, Sorgen und ein aktiviertes Nervensystem verhindern das Einschlafen. Chronischer Stress führt zu erhöhtem Cortisol am Abend – dem Gegenspieler von Melatonin.

Schlafhygiene: Bildschirme vor dem Schlafen, unregelmässige Schlafzeiten, Koffein am Nachmittag, zu warmes Schlafzimmer – viele Gewohnheiten sabotieren den Schlaf unbewusst.

Schilddrüsenüberfunktion: Innere Unruhe, Herzrasen und Schlaflosigkeit können auf eine Hyperthyreose hinweisen.

Hormonelle Veränderungen: Frauen in der Perimenopause leiden häufig unter Durchschlafstörungen und Nachtschweiss durch sinkende Östrogenspiegel.

Schlafapnoe: Atemaussetzer im Schlaf sind häufiger als gedacht und betreffen nicht nur übergewichtige Männer. Schnarchen, Tagesmüdigkeit und morgendliche Kopfschmerzen sind typische Hinweise.

Medikamente: Viele Medikamente stören den Schlaf als Nebenwirkung – darunter Betablocker, Antidepressiva, Cortison und Schilddrüsenhormone.

Magnesiummangel: Magnesium ist an der Regulation des Nervensystems beteiligt. Ein Mangel kann zu innerer Unruhe und Einschlafproblemen führen.

Warum Schlafstörungen nicht ignoriert werden sollten

Chronischer Schlafmangel ist weit mehr als lästig. Die medizinischen Folgen sind erheblich: erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2, Übergewicht, geschwächtes Immunsystem, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sowie ein erhöhtes Risiko für Depressionen.

Studien zeigen: Bereits eine Woche mit weniger als sechs Stunden Schlaf pro Nacht verändert die Expression von über 700 Genen – viele davon beteiligt an Entzündungsprozessen und Immunabwehr.

Was wir in der Praxis tun

Mein Ansatz bei Schlafstörungen beginnt mit einer gründlichen Anamnese: Wann treten die Probleme auf? Wie sieht die Schlafhygiene aus? Gibt es körperliche Symptome? Dazu gehört eine Labordiagnostik, die unter anderem Schilddrüse, Cortisol, Magnesium, Ferritin und Vitamin D umfasst.

Je nach Befund kann die Therapie ganz unterschiedlich aussehen: von gezielter Supplementierung über Verhaltensänderungen bis hin zur Abklärung einer Schlafapnoe. Schlafmittel sind fast nie die Lösung – sondern die Ursachenbehandlung.

Fazit

Guter Schlaf ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines gesunden Körpers und guter Gewohnheiten. Wenn Sie regelmässig schlecht schlafen, lohnt sich eine ärztliche Abklärung. In meiner Praxis suche ich systematisch nach den Ursachen – damit Sie wieder erholsam schlafen können.

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