Die männliche Hormonuhr
Während die Wechseljahre bei Frauen gut bekannt sind, ist das männliche Pendant – die Andropause – weniger im Bewusstsein. In meiner Praxis in Zürich Seefeld berate ich zunehmend Männer ab 40, die sich fragen: «Ist das noch Stress oder schon mein Testosteron?»
Ab dem 30. Lebensjahr sinkt der Testosteronspiegel um etwa 1–2% pro Jahr. Bei manchen Männern verläuft dieser Rückgang schneller und führt zu spürbaren Symptomen.
Wie Testosteron den Körper beeinflusst
Testosteron wirkt auf nahezu jedes Organsystem: Muskelmasse und Kraft, Knochendichte, Fettverteilung und Stoffwechsel, Stimmung und kognitive Funktion, Libido und Erektionsfähigkeit, Blutbildung, Herz-Kreislauf-System sowie Energie und Antrieb. Ein Rückgang betrifft daher den ganzen Menschen.
Natürliche Wege, Testosteron zu optimieren
Krafttraining: Die wirksamste natürliche Massnahme. Schwere Grundübungen wie Kniebeugen und Kreuzheben stimulieren die Testosteronproduktion am stärksten.
Schlaf: Testosteron wird hauptsächlich im Tiefschlaf produziert. 7–8 Stunden qualitativ guter Schlaf sind essenziell.
Körperfett reduzieren: Fettgewebe enthält Aromatase, die Testosteron in Östrogen umwandelt. Weniger Körperfett bedeutet mehr Testosteron.
Stressreduktion: Cortisol und Testosteron verhalten sich invers – weniger Stress, mehr Testosteron.
Ernährung: Ausreichend gesunde Fette (Avocado, Olivenöl, Nüsse), Zink-reiche Lebensmittel (Fleisch, Kürbiskerne), Vitamin-D-reiche Nahrung.
Supplementierung: Vitamin D (bei Mangel), Zink (30 mg/Tag), Magnesium, Ashwagandha (300–600 mg/Tag – in Studien Testosteron-Anstieg um 15–20%), Omega-3-Fettsäuren.
Wann medizinische Hilfe?
Wenn trotz optimiertem Lebensstil Symptome bestehen, ist eine Hormondiagnostik sinnvoll. In unserer Praxis bestimmen wir: Gesamttestosteron und freies Testosteron, SHBG und Östradiol, LH, FSH und Prolaktin, DHEA-S und Cortisol, Schilddrüsenwerte sowie Mikronährstoffstatus.
Testosteronersatztherapie
Bei nachgewiesenem klinischem Hypogonadismus kann eine Substitution erwogen werden. Wir besprechen individuell Nutzen, Risiken, Optionen (Gel, Injektion) und die notwendigen Kontrollen.
Fazit
Testosteron und Alterung sind eng verknüpft, aber ein Rückgang ist nicht unausweichlich. Mit dem richtigen Lebensstil können Sie Ihren Hormonspiegel lange auf einem guten Niveau halten. Und wenn es nicht reicht, haben wir medizinische Optionen. Vereinbaren Sie einen Check-up in unserer Praxis.