Wenn der Zyklus aus dem Takt gerät
Ein normaler Menstruationszyklus dauert 24–38 Tage. Doch viele Frauen erleben Abweichungen: zu kurze, zu lange, ausbleibende oder unberechenbare Zyklen. In meiner Praxis in Zürich Seefeld kläre ich regelmässig Zyklusstörungen ab – denn hinter der unregelmässigen Periode stecken oft behandelbare Ursachen.
Arten von Zyklusstörungen
Amenorrhoe: Ausbleiben der Periode über 3 Monate. Oligomenorrhoe: Zu seltene Blutungen (Zyklus über 38 Tage). Polymenorrhoe: Zu häufige Blutungen (Zyklus unter 24 Tage). Menorrhagie: Zu starke oder zu lange Blutungen. Zwischenblutungen: Blutungen ausserhalb der normalen Periode.
Häufige Ursachen
1. PCOS (Polyzystisches Ovarsyndrom): Die häufigste hormonelle Störung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Erhöhte Androgene führen zu unregelmässigen oder ausbleibenden Zyklen, Akne und Haarwuchs. Was wir tun: Hormonstatus, Ultraschall und Insulinresistenz-Screening.
2. Schilddrüsenstörung: Sowohl Über- als auch Unterfunktion beeinflussen den Zyklus direkt. Was wir tun: Schilddrüsenpanel.
3. Stress und Nebennierenschwäche: Chronischer Stress hemmt die GnRH-Ausschüttung im Hypothalamus und kann den Eisprung unterdrücken (hypothalamische Amenorrhoe). Was wir tun: Cortisol-Profil und Stressanamnese.
4. Untergewicht und exzessiver Sport: Zu wenig Körperfett und zu viel Bewegung signalisieren dem Körper «keine gute Zeit für eine Schwangerschaft» und der Zyklus wird unterdrückt. Was wir tun: Ernährungsstatus und Körperfettanteil beurteilen.
5. Hyperprolaktinämie: Erhöhtes Prolaktin hemmt die Gonadotropine und stört den Zyklus. Ursachen: Stress, Medikamente oder selten ein Hypophysenadenom. Was wir tun: Prolaktin bestimmen, bei Erhöhung MRT.
6. Perimenopause: Ab Mitte 40 werden die Zyklen zunehmend unregelmässig. Was wir tun: FSH und Östradiol zur Beurteilung der ovariellen Reserve.
Diagnostik
Unser Zyklusdiagnostik-Programm: Hormonstatus (FSH, LH, Östradiol, Progesteron, Testosteron, DHEA-S, SHBG, Prolaktin), Schilddrüsenwerte, Insulinresistenz (Nüchterninsulin, HOMA-Index), Mikronährstoffe, Ultraschall bei Bedarf und Zyklusprotokoll.
Behandlung
Je nach Ursache: Hormonausgleich, Schilddrüsenbehandlung, Stressreduktion, Ernährungs- und Gewichtsoptimierung, Insulinresistenz behandeln (bei PCOS), Mikronährstoffoptimierung.
Fazit
Eine unregelmässige Periode ist immer ein Hinweis darauf, dass im Hormonhaushalt etwas nicht stimmt. Eine gezielte Abklärung bringt Klarheit und ermöglicht eine wirksame Behandlung. Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.