Aus der Praxis · Praxis Dr. Romanos
Eisenmangel ist häufiger, als viele Patienten denken — besonders bei Frauen, Vegetariern und Menschen mit Magen-Darm-Störungen. Aber hier ist das Problem: Viele Ärzte schauen nur auf die Müdigkeit und übersehen die anderen Symptome. Als Hausarzt in Zürich sehe ich regelmässig Patienten, die jahrelang mit Eisenmangel leben, ohne dass dieser diagnostiziert wird.
Die meisten denken bei Eisenmangel sofort an Müdigkeit und Blässe. Das ist richtig, aber es ist nur die Spitze des Eisbergs. Haarausfall ist eines der Symptome, das ich besonders oft übersehen finde. Patienten gehen zum Dermatologen, erhalten teure Behandlungen — dabei war das Problem die ganze Zeit ein einfacher Eisenmangel.
Ein weiteres unterschätztes Symptom ist das Restless-Legs-Syndrom. Patienten beschreiben das Gefühl kribbelnder Beine nachts, was den Schlaf stört. Und die kognitiven Effekte sind real: Konzentrationsprobleme, Gedächtnisprobleme, sogar depressive Verstimmungen können durch Eisenmangel verursacht werden. Das Gehirn braucht Eisen zur Myelin-Bildung.
Das Hämoglobin zu checken ist notwendig, aber nicht ausreichend. Ich ordne immer auch Ferritin, Transferrinsättigung und TIBC an. Der Ferritinwert ist besonders wichtig — viele Patienten haben bereits niedrige Ferritin-Werte, bevor das Hämoglobin fällt. Das ist das Frühwarnsignal, das man nutzen sollte, bevor es kritisch wird.
Bei Frauen im gebärfähigen Alter ist starke Menstruation die häufigste Ursache. Bei älteren Patienten schaue ich auf okkulte Blutungen im Magen-Darm-Trakt — das ist manchmal ein Zeichen für etwas Ernsthafteres. Vegetarier und Veganer haben oft Schwierigkeiten, genug Eisen aufzunehmen, da pflanzliches Eisen (Non-Häm-Eisen) schlechter resorbiert wird.
Die Behandlung beginnt mit der Ursachensuche — das ist entscheidend. Dann starten wir mit oraler Supplementierung, idealerweise zusammen mit Vitamin C, um die Resorption zu verbessern. Bei schweren Fällen oder wenn die orale Therapie nicht funktioniert, bieten wir Infusionstherapie an. Eine Eiseninfusion wirkt schneller und wird oft besser vertragen.
Ich empfehle Patienten mit Risikofaktoren regelmässige Laborkontrollen. Das ist Teil meiner Präventionsmedizin — Probleme früh erkennen, bevor Symptome entstehen. Auch die richtige Ernährung mit eisenreichen Lebensmitteln und die Optimierung der Aufnahme ist wichtig.
Nächster Schritt: Vereinbaren Sie eine Konsultation, um Ihre Gesundheit im Detail zu besprechen.
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