Aus der Praxis · Praxis Dr. Romanos

Hashimoto: Wenn die Schilddrüse den Körper angreift

Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse attackiert. Es ist die häufigste Ursache von Schilddrüsenunterfunktion in der Schweiz. Viele meiner Patienten kommen mit Müdigkeit, Gewichtszunahme und depressiven Symptomen in meine Praxis — und Hashimoto ist oft der Grund.

Wie das Immunsystem die Schilddrüse angreift

Bei Hashimoto produziert das Immunsystem Antikörper gegen die Schilddrüse. Die häufigsten sind TPO-Antikörper und Thyreoglobulin-Antikörper. Diese Antikörper zerstören langsam die Schilddrüsenzellen. Der Prozess kann Jahre dauern, bevor Symptome auftreten. Das ist das Tückische an dieser Erkrankung — viele Menschen haben bereits hohe Antikörper, ohne es zu wissen.

Die Symptome, die Patienten beschreiben

Müdigkeit ist das klassische Symptom, aber es ist so viel mehr. Gewichtszunahme trotz normaler Ernährung, kalte Extremitäten, trockene Haut, Haarausfall — das sehe ich immer wieder. Besonders wichtig ist auch die psychische Komponente. Depressive Verstimmungen, Angststörungen und Gedächtnisprobleme können durch Hashimoto verursacht werden.

Der richtige Test: Nicht nur TSH!

Das ist mein grosser Kritikpunkt an der Standardmedizin. Viele Ärzte checken nur den TSH-Wert. Das ist zu wenig. Ich ordne immer an: TSH, freies T3, freies T4, TPO-Antikörper und Thyreoglobulin-Antikörper. Erst damit bekomme ich das vollständige Bild. Ein normaler TSH schliesst Hashimoto nicht aus!

Warum die Dosis so wichtig ist

Nicht alle Patienten fühlen sich mit den gleichen T4-Werten gut. Der "Normalbereich" ist zu breit. Manche Patienten brauchen einen TSH knapp über Null, andere fühlen sich besser mit einem höheren Wert. Das ist Individualmedizin, nicht Massenfertigung. Ich arbeite mit meinen Patienten zusammen, um die optimale Dosis zu finden.

Die Rolle von Selen und anderen Mikronährstoffen

Selen ist ein essentieller Cofaktor für Glutathionperoxidase, ein Antioxidans, das die Schilddrüse schützt. Patienten mit Hashimoto haben oft niedrige Selenwerte. Auch Zink, Vitamin D und Vitamin B12 sind wichtig. Das ist Teil meiner funktionellen Medizin — nicht nur das Hormon ersetzen, sondern die zugrunde liegenden Defizite korrigieren.

Ernährung und Leaky Gut

Es gibt eine starke Verbindung zwischen Darmgesundheit und Hashimoto. Ein "Leaky Gut" kann die Autoimmunreaktion verstärken. Manche Patienten profitieren von einer glutenfreien Diät, andere von einer Eliminationsdiät. Das muss individuell getestet werden. Darmgesundheit ist ein Schlüsselthema bei Hashimoto-Patienten.

Langzeit-Management und Monitoring

Hashimoto ist keine Erkrankung, die man einmal diagnostiziert und dann vergisst. Die Antikörpertiter können sich verändern, die Hormonwerte auch. Ich empfehle meinen Patienten regelmässige Kontrollen — nicht einfach Jahr für Jahr den gleichen TSH-Wert. Das ist die Essenz von individualisierter, präventiver Medizin.

Nächster Schritt: Vereinbaren Sie eine Konsultation, um Ihre Gesundheit im Detail zu besprechen.

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