Aus der Praxis · Praxis Dr. Romanos
Insulinresistenz ist der stille Vorlauf zu Typ-2-Diabetes. Viele Menschen haben bereits Insulinresistenz, ohne es zu wissen. Das ist das Tückische daran: Es gibt keine starken Symptome, die dich zum Arzt treiben — bis es zu spät ist und Diabetes ausbricht. In meiner Praxis in Zürich sehe ich Insulinresistenz als eines der wichtigsten frühen Krankheitszeichen.
Normalerweise essen wir Kohlenhydrate, der Blutzucker steigt, die Bauchspeicheldrüse gibt Insulin ab, das Insulin bindet an Insulinrezeptoren auf Zellen, und die Zellen nehmen Glukose auf. Aber bei Insulinresistenz funktioniert dieser Prozess nicht. Die Zellen "hören" nicht auf das Insulin. Die Bauchspeicheldrüse produziert immer mehr Insulin, um den gleichen Effekt zu erzielen. Das ist energetisch sehr teuer und ist nicht nachhaltig.
Unkontrolliertes Verlangen nach Zucker oder Kohlenhydraten, besonders nachmittags. Energieabfall nach dem Essen. Gewichtszunahme, besonders bauchig. Schlecht heilende Wunden. Dunkle Hautflecken (Acanthosis nigricans). Viele Menschen mit Insulinresistenz haben auch Bluthochdruck und abnormale Blutfette. Es ist ein ganzes Cluster von Problemen.
HOMA bedeutet Homeostasis Model Assessment. Der Index wird berechnet aus Nüchtern-Blutzucker und Nüchtern-Insulin: HOMA = (Glucose × Insulin) / 405. Ein HOMA > 2 deutet auf Insulinresistenz hin. Das ist ein einfacher, kostengünstiger Test, der viel Information gibt. Ich ordne das immer an bei Patienten mit Risikofaktoren.
Ein normaler Nüchtern-Blutzucker sagt nichts über Insulinresistenz aus. Der Nüchtern-Blutzucker kann normal sein, während die Person bereits stark insulin-resistent ist. Das Insulin-Level wird einfach höher und höher, um den Zucker im Zielbereich zu halten. Ein oraler Glukose-Toleranztest (OGTT) ist informativer, besonders mit Insulin-Messungen darin.
Das Gute: Insulinresistenz kann rückgängig gemacht werden. Eine Low-Carb oder Low-GI-Ernährung ist fundamental. Aber auch Bewegung — besonders Widerstandstraining — erhöht die Insulin-Sensitivität. Ausreichend Schlaf ist notwendig. Stressabbau ist wichtig, da Cortisol die Insulinresistenz verschärft.
In meiner funktionellen Medizin nutze ich Berberine, Inositol, Chromium, Magnesium — all das verbessert die Insulin-Sensitivität. Bei schwerer Insulinresistenz kann Metformin sinnvoll sein. Das Ziel ist nicht einfach, den Blutzucker zu kontrollieren — das Ziel ist, die Insulinresistenz zu heilen, damit die Bauchspeicheldrüse wieder entspannen kann.
Nächster Schritt: Vereinbaren Sie eine Konsultation, um Ihre Gesundheit im Detail zu besprechen.
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